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TelefonSeelsorge Emsland

Presse

Hier finden Sie aktuelle Presseartikel, die unsere Arbeit betreffen.

Neuer Vorstand gewählt am 23.10.2021

neuer Vorstand Oktober 2021

 

 

 

 

11.Januar 2018

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Ulla Witza und Ludger Plogmann stellen die TelefonSeelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim im ems-vechte-welle Mittagsgespräch vor:
http://www.emsvechtewelle.de/podcasts/talk-telefonseelsorge-emsland-grafschaft-bentheim-1-37244.htmlÜberschrift

Meppen:

Einen nach wie vor steigenden Gesprächsbedarf hat der Vorstand der Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim während der Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus St. Vitus festgestellt. „Es wurden 8989 intensive Gespräche geführt“, berichtete der erste Vorsitzende Hermann Niemann den Mitgliedern. Dies wären 223 mehr Gespräche als im Vorjahr. „Dies ist eine Steigerung um nochmals 2,5 Prozent“, erklärte Niemann und ergänzte, „obwohl das Jahr 2013 bereits den bisherigen Höchststand aufwies.“ Bei der Vorstellung der Statistik wies er auf Änderungen bei der Zuordnung der Themen hin. Insofern seien die Zahlen nicht generell vergleichbar mit den Vorjahren.

Im vergangenen Jahr waren 63 Ehrenamtliche, 52 Frauen und elf Männer, für den Verein im Telefondienst tätig. Im Laufe des Jahres wären fünf Frauen ausgeschieden, während acht Mitarbeiterinnen nach Erhalt ihres Ernennungszertifikates ihren Dienst aufgenommen hätten. Ziel der Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim ist, einen Dienst rund um die Uhr aus eigener Kraft anzubieten. Dazu würden bei einer Dienstzeit von 116 Stunden pro Mitarbeiter im Jahr, rund 80 Ehrenamtliche benötigt. Niemann sagte: „Da erfahrungsgemäß rund zehn Prozent der Mitarbeiter, zum Beispiel durch Alter oder Krankheit ausscheiden, wird in Zukunft jährlich ein neuer Ausbildungskurs angeboten.“ Der diesjährige Kurs hätte vor wenigen Tagen mit 13 Teilnehmern begonnen. Für das Jahr 2016 bezifferte Niemann die Zahl der Bewerber mit „aktuell 17“. Weitere Interessenten könnten sich in der Vereinsgeschäftsstelle anmelden. Die Ausbildung würde in erster Linie durch Spenden finanziert.

Auf ein großes Ereignis in diesem Jahr wies Niemann die Mitglieder hin. „Im September begeht die Telefonseelsorge ihr zwanzigjähriges Bestehen mit einem Festakt in Clemenswerth“, sagte er. Des Weiteren wies er darauf hin, dass der Verein, der ursprünglich als „Telefonseelsorge Emsland“ gegründet wurde, nunmehr den Zusatz „Grafschaft Bentheim“ führt. „Die Telefonseelsorge umfasst jetzt ein Gebiet mit rund 450000 Einwohnern“, erklärte Niemann und ergänzte, „die Umbenennung war auch deshalb erforderlich, weil bereits eine Reihe der Mitarbeiter aus der Grafschaft kommen.“

Die stellvertretende Vorsitzende Gislinde Prange gab einen Überblick über die Fortbildungsmaßnahmen des vergangenen Jahres und Geschäftsführer Ludger Plogmann berichtete über die Umstellung der Verwaltung auf die elektronische Datenverarbeitung. „Das neue Programm mit der Dienststatistik, der Anrufstatistik und der Mitarbeiterbelegung erfolgte reibungslos“, freute er sich.

Die Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim wurde 1995 gegründet. Der Vorstand und die Mitarbeiter versehen ihre Arbeit ehrenamtlich. Der Verein hat aktuell 145 Mitglieder und befindet sich in katholischer Trägerschaft. Er ist Mitglied im Diözesancaritasverband Osnabrück. Die Arbeit ist ökumenisch organisiert. Zu erreichen ist das Angebot der Telefonseelsorge gebührenfrei unter Tel. 0800/1110111. Seit Neuestem gibt es auch eine Chat-Beratung im Internet auf www.telefonseelsorge-emsland.de.

Zur Sache

Die Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim wurde 1995 gegründet. Der Vorstand und die Mitarbeiter versehen ihre Arbeit ehrenamtlich. Der Verein hat aktuell 145 Mitglieder und befindet sich in katholischer Trägerschaft. Er ist Mitglied im Diözesancaritasverband Osnabrück. Die Arbeit ist ökumenisch organisiert. Zu erreichen ist das Angebot der Telefonseelsorge gebührenfrei unter Tel. 0800/1110111. Seit neuestem gibt es auch eine so genannte Chat-Beratung im Internet auf www.telefonseelsorge-emsland.de. Jedem Ratsuchenden, egal ob am Telefon oder im Chat, wird die Wahrung der Anonymität zugesichert.
(Quelle: Meppener Tagespost, 11.04.2015)

 

 

02.02.2014, 12:05 Uhr                                       Telefonseelsorge – Helfer in der Not

    Einrichtung in Meppen hilft auch Anrufern aus der Grafschaft!

Manchmal überrollen Sorgen und Ängste den Alltag wie eine Lawine. Dann brauchen verzweifelte Menschen jemanden, der ihnen zuhört - wie bei der Telefonseelsorge. In Meppen kümmern sich engagierte Mitarbeiter um diese Aufgabe.

Meppen. Ein Haus in der Meppener Innenstadt. Kein Türschild weist auf den Kreis ehrenamtlicher Helfer hin, die hier in der zweiten Etage einen Dienst an Mitmenschen versehen, der ganz und gar nicht im Licht der Öffentlichkeit steht. Für die Frauen und Männer der Telefonseelsorge gehört die Arbeit in der Anonymität zu den Grundpfeilern ihres Engagements. Wer hier anruft, der hat die Möglichkeiten des Gesprächs in der Familie und im Freundeskreis bereits ausgeschöpft. Wenn es diese Möglichkeiten denn überhaupt gibt ...

Gudrun A.* engagiert sich seit 15 Jahren bei der Telefonseelsorge Emsland. Inzwischen ist die Emsländerin Anfang 60 und immer noch mit Leib und Seele dabei. Warum hat sie sich seinerzeit für die Mitarbeit entschieden? „Nachdem das letzte Kind aus dem Haus war, habe ich etwas gesucht, was für mich eine Möglichkeit war, den Reichtum des eigenen Lebens weiter zu geben“, sagt Gudrun A. mit ruhigen und wohl bedachten Worten. Es geht ihr wie auch den anderen Mitarbeitern des Teams um praktizierte Nächstenliebe, ohne den Lohn einer öffentlichen Anerkennung zu erwarten.

Aber was ist eigentlich Telefonseelsorge? Für Gudrun A. ist es „ein Ort der Menschlichkeit, wo Menschen bedingungslos angenommen und begleitet werden“. Nach einer kurzen Pause bekräftigt die Emsländerin: „Es ist ein Ort der Gnade.“

Wenn die Frauen und Männer der Telefonseelsorge den Hörer abnehmen, wissen sie nicht, wer am anderen Ende der Leitung ist, welches Schicksal oder welche Not der Anrufer mit sich herumträgt. Und auch, ob der Anrufer oder sie sich traut, ein Gespräch zu führen, ist nicht selbstverständlich. Für viele Menschen ist die Hemmschwelle, überhaupt anzurufen, schon groß genug.

Aber dennoch: „In der Situation der Notlage und der Ohnmacht ist nichts beruhigender als die Nähe eines einfühlsamen Menschen“, weiß Gudrun A.. Erst wer sich verstanden und ernst genommen fühlt, ist in der Lage, sich zu öffnen und zu sprechen. „Man muss den Anrufer bedingungslos annehmen“, wissen die Mitarbeiter der Telefonseelsorge. Für Gudrun A. ist klar: „Wenn beide Seiten Worte finden des Vertrauens, dann wird es eine zutiefst menschliche Begegnung.“ In diesem Fall werden Anonymität und räumliche Distanz zu kostbaren Grundlagen. Aber auch lange Zeiten des Schweigens müssen die Gesprächspartner aushalten.

Die Gründe für die Anrufe sind vielfältig. Einsamkeit, Beziehungsprobleme, Aussichtslosigkeit, Trauer, sexuelle Gewalt in der Familie, Sinnlosigkeit, tödliche Krankheiten, Süchte, Verluste geliebter Menschen, Arbeitsplatzverluste und Armut gehören zu den häufigen Sorgen und auch Nöten der Menschen am anderen Ende der Leitung. Scham und das Gefühl von Schuld drücken sich in vielen Gesprächen aus. Psychisch Kranke, die eine niedrige Belastungsgrenze in ihrem Leben haben, rufen ebenso an wie einsame Menschen, denen im Alltag jegliche sozialen Kontakte fehlen. „Einmal am Tag ein Gespräch haben, ist wie eine Mahlzeit für die Seele, dass sie nicht verhungern und verdursten“, weiß Gudrun A.. Häufig schaffen es die Anrufer kaum, ihren Alltag zu bewältigen.

Das Auffangnetz für die Mitarbeiter der Telefonseelsorge ist die Runde der regelmäßigen gemeinsamen Supervision. In dieser vertrauten Runde kommt alles zur Sprache, was den ehrenamtlichen Kräften auf der Seele brennt. Belastendes und Bedrückendes ebenso wie Beglückendes. Denn die Anrufe hinterlassen auch bei den Mitarbeitern Spuren.

Bestätigung und Lohn gibt es nicht für die anonymen Mitarbeiter der Telefonseelsorge. Doch Gudrun A. sieht die menschlichen Begegnungen trotz aller geschilderten Nöte und Elendszustände auch als Gewinn für sich selbst. „Die Gespräche machen viel mit uns. Ich lerne zu sehen, was wirklich menschlich wesentlich ist“, betont sie und sagt in ihrer ruhigen und bedächtigen Art dann mit Bestimmtheit: „Wenn ich die Schicht beendet habe, dann bin ich geerdet. Dann weiß ich, was im Leben wirklich wichtig ist. Das ist die Bestätigung.“

*Name von der Redaktion geändert.