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EL-Kurier vom 11.09.2016:

Anstieg an intensiven Gesprächen 

Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim startet neuen Ausbildungskurs

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Beim Mitarbeiterfest der Telefonseelsorge im Kloster Frenswegen: (v. l.) Beisitzerin Ilseanne Buss, Gislinde Prange und Hermann Niemann. Telefonseelsorge-Foto
 

Nordhorn (ikr) – Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim begingen jetzt ihr Sommerfest erstmalig im Kloster Frenswegen. Dabei stellte der Vorsitzende Hermann Niemann fest, dass das seelsorgerische Angebot fast wichtiger denn je sei. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres führten die Mitarbeiter am Hörer rund neun Prozent mehr an intensiven Gesprächen als in den Vorjahren.

Der Treffpunkt zum Sommerfest war mit Bedacht gewählt, gilt doch das Kloster Frenswegen als ein Ort der Stille und der Besinnung, wo Menschen sich treffen und gemeinsam vor Gott nachdenken. Umgeben von alten Klostermauern geht von der ökumenischen Begegnungsstätte eine besondere Atmosphäre aus. Eine Andacht in der Klosterkirche hielt Gefängnisseelsorger Fritz Schnorr.

Niemann dankte zuallererst allen Mitarbeitern für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Er freute sich, dass alle Dienste fast komplett besetzt werden konnten. „Die Anzahl der intensiven Gespräche hat sich im Zeitraum von Januar bis Juli 2016 von 5082 auf 5550 erhöht“, zeigte Niemann auf, „das ist eine Steigerung von neun Prozent“, erläuterte er die Bedeutung des Angebots.

Vor diesem Hintergrund würde es gut passen, dass gerade ein Ausbildungskurs mit zwölf Teilnehmerinnen begonnen hätte. „Erstmalig ist ein Kurs rein weiblich besetzt“, sagte Niemann. Über die Hälfte der Frauen sind noch berufstätig, zudem kommen sie aus den unterschiedlichsten Berufsschichten. Über die regionale Verteilung berichtete Niemann: „Vier Teilnehmerinnen kommen aus dem Altkreis Lingen, drei aus dem Altkreis Aschendorf, zwei aus dem Altkreis Meppen und drei aus der Grafschaft Bentheim.“ Das Durchschnittsalter der Teilnehmerinnen beträgt 53 Jahre.

Die Ausbildung wird erneut geleitet von dem Psychologen Markus Melnyk und der Sozialpädagogin Beate Leugers-Warnking. Für die Begleitung und Betreuung während der Ausbildung sorgt die stellvertretende Vorsitzende Gislinde Prange. Die Ausbildung umfasst 150 Stunden und erstreckt sich über ein Jahr. Zusätzlich ist die Teilnahme an acht Hospitationen während der zweiten Ausbildungshälfte obligatorisch.

Nach der Ausbildung übernehmen die neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter zwei Mal vier Stunden pro Monat Dienst am Hörer sowie zwei Nachtschichten pro Jahr. Niemann sagte, dass es Ziel der Telefonseelsorge sei rund 80 Mitarbeiter gewinnen zu können, damit ein Dienst rund um die Uhr angeboten werden kann.

Die Kosten eines Ausbildungskurses bezifferte Niemann auf rund 14 000 Euro, die fast ausschließlich vom Verein übernommen werden. „Daher ist die Telefonseelsorgen nach wie vor dringend auf Spenden angewiesen“, sagte Niemann. Der nächste Ausbildungskurs soll 2018 angeboten werden. Interessenten könnten sich schon jetzt schriftlich in der Geschäftsstelle der Telefonseelsorge in Meppen, Postfach 1702, melden.

 

 

 

 

 

 

Einrichtung feiert Geburtstag Telefonseelsorge nach 20 Jahren wichtiger denn je

Hermann Niemann, Vorsitzender der Telefonseelsorge, bei der Vorstellung der neuen Broschüre im Marstall Clemenswerth in Sögel bei der Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens.

Hermann Niemann, Vorsitzender der Telefonseelsorge, bei der Vorstellung der neuen Broschüre im Marstall Clemenswerth in Sögel bei der Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens.Sögel. Die Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim verzeichnet in den vergangenen Jahren eine Verdopplung der Anzahl der Gespräche. Das 20-jährige Bestehen wurde zudem zum Anlass genommen, eine neue Broschüre vorzustellen.
Deutschlandweit ist die Telefonseelsorge nach eigenen Angaben die meistgewählte Nummer im Feld der Telefonberatungen. Auch die Telefonseelsorge Emsland/Grafschaft Bentheim wird rege angenommen – mit steigender Tendenz. Wie der Vorsitzende Hermann Niemann auf der Feier zum 20-jährigen Bestehen im Marstall Clemenswerth in Sögel mitteilte, hätte sich die Anzahl der Gespräche von 2005 bis heute verdoppelt. Aus den insgesamt 14000 Anrufen 2014 seien etwa 9000 intensive Gespräche entstanden.
Auch die Dauer der Gespräche habe sich verlängert, so Niemann. Die 62 ehrenamtlichen Mitarbeiter seien rund um die Uhr erreichbar absolvierten pro Jahr jeweils 116 Stunden, einschließlich Nachtdiensten. Auch wenn der Verein mit dem Caritasverein Osnabrück in katholischer Trägerschaft sei, arbeite er ökumenisch.
Um die steigende Anzahl der Anrufe zu meistern, laufe derzeit ein Ausbildungskurs mit neun Teilnehmern, für das kommende Frühjahr sei ein weiterer mit bislang 19 Interessierten vor. Als Zielmarke nannte Niemann 80 Mitarbeiter, die weiterhin den Dienst rund um die Uhr gewährleisteten. Die Schwerpunkte der Gesprächsthemen lägen in Bereich Einsamkeit, Familie oder psychischen Krankheiten. Nahezu 5 Prozent der Anrufer lebe allein. Deshalb sei die Telefonseelsorge für viele der einzige Kontakt mit anderen Menschen.
Diesem Thema widmete sich auch der Gastredner Wolfgang Reuter in seiner Ansprache. Die Gespräche könnten zum Ereignis werden, wenn sich beide Teilnehmer „respektvoll und in Würde auf gleicher Augenhöhe begegnen“. In diesem Rahmen könne man auch von einer Offenbarungsqualität sprechen.
Quelle: Meppener Tagespost 21.09.2015